Der kontoalarm Bagger

Ich habe den Blog lange schleifen lassen – aber jetzt melde ich mich zurück: mit einem Hilferuf!

Wo war ich überhaupt so lange?

Jetzt kommen die üblichen, wenn auch wahren, Ausreden: der Umzug, neue Wohnung, neuer Job, viele Termine – das ist alles stressig und aufregend, aber im Endeffekt war ich wohl, wenn ich ganz ehrlich bin, einfach zu faul, um hier regelmäßig Content zu liefern. Und auch den Neujahrsvorsatz, schnellstmöglich wieder zu bloggen, habe ich etwas stiefmütterlich behandelt.

Und was mache ich jetzt?

Mittlerweile arbeite ich in München bei einer Firma namens Aboalarm GmbH. Ihr kennt vielleicht – vielleicht auch nicht – deren Apps: aboalarm und kontoalarm. Ich bin hier Online Marketing Management Trainee. Eines meiner aktuellen Projekte ist der Aufbau der Social Media Accounts und des Blogs. Ich erspare mir und euch an dieser Stelle die unauffällige Auflistung aller Links. 😉

Da wir vor kurzem ein neues Büro bezogen haben, sind wir natürlich nebenbei damit beschäftigt, dieses zu verschönern und für ein wenig Zerstreuung zu sorgen. Genau das bringt mich auch zu meinem Anliegen:

Bagger gegen Downloads

Ich habe auf mytoys diesen grandiosen Sitzbagger gefunden:

Sitzbagger von mytoys - für aboalarm?

Zu diesem tollen Sitzbagger könntest du uns verhelfen!

Wir möchten sehr gerne einen dieser Sitzbagger für unseren garten haben! Allerdings bekommen wir ihn nur dann, wenn wir innerhalb der nächsten sechs Wochen 1000 (eintausend) Downloads für die kontoalarm iPhone App generieren können!

Das ist natürlich eine gewaltige Aufgabe, denn sechs Wochen sind nicht viel Zeit und tausend Downloads wirklich viel. Allerdings ist die App kostenlos und ich poste Fotos, die beweisen, dass wir auch wirklich baggern, damit ihr einen besonderen Anreiz habt, uns zu helfen!

Die App ist übrigens dazu da, ein oder mehrere Konten und / oder Kreditkarten zu verwalten: Kontostand anzeigen, Ausgaben kategorisieren, Benachrichtigungen bei Geldein- oder abgängen – so was eben. Teil meiner „Challenge“ ist allerdings nur der Download. Ich würde nie versuchen, euch zur Nutzung, kostenlos oder kostenpflichtig, irgend einer App zu überreden. Wie so oft gibt es neben dem kostenlosen Basisaccount auch die Option, für ca. 50 Cent im Monat Premiumfunktionen freizuschalten, beispielsweise das Kündigen von Abonnements direkt aus der App heraus.

Bitte helft mir, einen Bagger fürs Büro zu bekommen!

Also, noch einmal mein Appell: App kostenlos downloaden (egal, was ihr dann damit macht oder ob überhaupt! Download genügt) und/oder den Beitrag teilen. Ich bitte euch um Hilfe – ich möchte einen Bagger für den Garten!

Als Belohnung für eure noble Tat könnt ihr euch auf vollkommen unseriöse Fotos von erwachsenen Menschen freuen, die einen Sitzbagger benutzen. 😉

Abschließend noch einmal der Link zum Appstore: kontoalarm App für iPhone

SEO Guide: Anleitung zur Keyword Research

Thema der heutigen Ausführung ist nur – und wirklich NUR – die Suche nach passenden Keywords. Diese Keyword Research sollte optimaler Weise vor dem Erstellen von Seiten durchgeführt werden, damit die ganze Seite von vorne herein auf die optimalen Keywords hin optimiert werden kann. Selbstverständlich ist es auch möglich, mithilfe dieses Leitfadens bessere oder neue Keywords für bereits bestehende Webseiten ausfindig zu machen, um diese Seiten dann bezüglich ihrer Auffindbarkeit in Suchmaschinen zu optimieren.
Ursprünglich wollte ich den Artikel gewohnt knapp als Liste veröffentlichen. Das hat allerdings nicht funktioniert. Deshalb stelle ich dem eigentlichen Artikel eine Art Checkliste nach, welche stichpunktartig die wichtigsten Schritte und Anmerkungen enthält.

Der Leitfaden ist für SEO-Neulinge und fortgeschrittene Suchmaschinenoptimiererinnen anwendbar. Die SEO-Grundlagen werden hier allerdings nicht erläutert, so dass Sie am Ende des Artikels den Weg zu den für Sie idealen Keywords kennen. Über die eigentliche Optimierung müssen Sie sich aber, sofern Bedarf besteht, anderweitig informieren.

Für weiterführende Informationen empfehle ich den SEO Keyword Research Guide von Backlinko. Zum Teil unterscheiden sich die hier angebotenen Informationen von diesem ausführlichen und exzellenten Guide, doch habe ich diesen Artikel mit genau diesem Leitfaden im Kopf geschrieben und meine Ausführungen in Teilen daran angelehnt. Auf andere Bereiche habe ich fast vollständig verzichtet, weil ich den Informationen von Backlinko nichts hinzuzufügen hatte. Insbesondere denke ich hierbei an die Themengebiete „Kaufabsicht“ und „Keyword Research Tools“, doch dazu mehr an gegebener Stelle.

Wenn Sie Waren oder Dienstleistungen zum Verkauf anbieten, können Sie diesen Guide ebenso verwenden, wie Privatpersonen, die eine Meinungsführerschaft anstreben, o.ä. Allerdings sollten Sie dann das Kapitel zur Prüfung der Kaufabsicht vertiefen und sich eingehender mit nützlichen Tools befassen.

Grundsätzlich sollten Sie sich bei Ihrer Keyword Research an die folgende Reihenfolge halten:

  1. Verwenden Sie den „Google Keyword Planner“ in „Google AdWords“. Auch an dieser Stelle verzichte ich auf eine genaue Erklärung von Google AdWords und dem Keyword Planner. Dieser ist übrigens der Nachfolger des „Google Keyword Tool“. Legen Sie ein AdWords-konto an und probieren Sie ein wenig herum, oder informieren Sie sich anderweitig über die konkrete Verwendung von Google AdWords. Dieses kostenlose Tool benötigen Sie in jedem Fall häufiger für Ihre SEO-Tätigkeit. Für Sie von Bedeutung sind zur Keyword-Suche drei Funktionen des GKP (Google Keyword Planner):
  2. Finden, sortieren und gruppieren Sie Ihre Keywords. Nehmen Sie die in Schritt Eins notierten Keywords und teilen Sie diese in die Gruppen „Head“, „Body“ und „Tail“ ein. Werfen Sie einen Blick auf die von mir erstellten Grafiken, wenn Sie hierbei Probleme haben. „Käse“ beispielsweise ist ein „Head“-Keyword, während „Bio Käse“ und „Rohmilch Käse“ in die Kategorie „Body“ einzuordnen sind und „Bio Rohmilch Ziegenkäse“ ein „Tail“-Keyword ist.
    Diagramme / Grafik zur Keyword Research im SEO.

    Diagramme / Grafik zur Keyword Research im SEO zur Hilfe in der Einteilung von Keywords in Head, Body und Tail.

  3. Identifizieren Sie innerhalb Ihrer Branche, oder Ihres Themas, eine für Sie passende Nische. Egal, ob Sie über Hamburger bloggen, oder Sportschuhe verkaufen: Sie sind damit nicht allein. Wie unterscheidet sich Ihre Expertise von der Ihrer Mitbewerberinnen? Was interessiert Ihre Kunden oder Leser außer Ihrem eigenen Angebot noch? Was treiben sie im Netz, wenn sie nicht auf Ihrer Seite surfen?
    Das Identifizieren einer passenden Nische für Sie ist eine wichtige Grundlage Ihres Marketingkonzepts, denn nichts anderes ist Suchmaschinenoptimierung, als Teil Ihres persönlichen Marketings. Erschrecken Sie nicht vor diesem Begriff, auch wenn Sie „nur“ eine private Hobbyseite, ein Blog, oder die Website eines kleinen Betriebs erstellen und pflegen möchten. Fakt ist: Sie bieten auf Ihrer Website etwas an und es wäre schade, wenn Interessenten dieses Angebot verpassten, nur weil Sie Ihre Seite nicht optimieren!
    Außerdem generiert dieser erste Schritt bereits erste Keywords. Diese sollten Sie sich unbedingt notieren, auch und gerade wenn diese Begriffe nur lose mit Ihrem Thema verwandt sind.
    Auch die Kundenanalyse bringt wichtige Keyword-Ideen. Hierfür sollten Sie auch einen Blick in die Foren werfen, in denen sich Ihre Leserinnen und Kundinnen tummeln.
    Über Wikipedia schließlich können Sie weitere Keyword-Ideen generieren. Suchen Sie hierfür zunächst nach einem ganz breiten Begriff. Bloggen Sie über biologisch, fair und nachhaltig produzierte Käse aus der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz)? Dann suchen Sie auf Wikipedia nach „Käse“. „Käse“ ist in diesem fall ein breites Keyword. Schauen Sie sich nun die Inhaltsangabe und verwandten Artikel an und generieren Sie so neue, spezifischere Keyword-Ideen. Klicken Sie auf die Artikel und lassen Sie sich von neuen Inhalten und verwandten Artikeln inspirieren… Auch in Foren und auf Q/A-Seiten finden Sie verwandte Suchbegriffe und Fragen zu Ihrem Thema.
    1. „Ideen für neue Keywords und Anzeigengruppen suchen“
    2. „Suchvolumen für Keyword-Liste abrufen oder Keywords in Anzeigengruppen aufteilen“
    3. „Keyword-Listen multiplizieren, um Keyword-Ideen abzurufen“
    4. Mit „Ideen für neue Keywords und Anzeigengruppen suchen“ können Sie neue, aber den von Ihnen eingegebenen Begriffen sehr ähnliche Keyword-Ideen generieren. „Suchvolumen für Keyword-Liste abrufen oder Keywords in Anzeigengruppen aufteilen“ generiert gar keine neuen Ideen, liefert aber wertvolle Informationen über das zu erwartende Suchvolumen der Keywords auf Ihrer Liste. Die Funktion „Keyword-Listen multiplizieren, um Keyword-Ideen abzurufen“ kombiniert Ihre eingegebenen Keywords wild und produziert dabei viele, viele sinnlose Begriffe, aber auch ein paar wenige sehr gute Long-Tail-Keywords.
    5. Generell gilt: Je höher das Suchvolumen, desto besser. ABER: Je geringer der Wettbewerb, desto besser. Ein hohes „vorgeschlagenes Gebot“ ist ein deutliches Indiz für eine hohe Conversion Rate und große Konkurrenz in der organischen Suche. Und genau das interessiert Sie.
  4. Generieren Sie jetzt Long-Tail-Keywords. Wenn Sie Ihre Website mit WordPress aufgesetzt haben, liefert Ihnen das Plugin „SEO Search Terms Tagging“ diejenigen Suchanfragen aus, welche Besucherinnen auf Ihre Seite geführt haben. Die über das Plugin generierten Keywords können Sie wiederum im GKP verwenden.
    1. Über die Funktion „Ähnliche Suchanfragen“ können Sie direkt auf Google weniger umkämpfte Begriffe und Phrasen finden, welche zu Ihrer Nische passen. Google bietet außerdem das Google Webmaster-Tool, das allerdings einen Beitrag wert wäre und deshalb hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden soll. Für den englischen Sprachraum empfiehlt sich Google Correlate, das im Deutschen jedoch kaum Nutzen bringt. Mit Google Trends können Sie aktuellere Vorschläge erhalten als mit dem GKP und ähnliche Suchanfragen mit einbeziehen. Zwar bietet Google Trends weniger Daten zu den generierten Keyword-Ideen, dafür sind diese aber wie eben erwähnt deutlich aktueller.
  5. Wenn Sie Produkte oder Dienstleistungen verkaufen, dann müssen Sie die bisher gesammelten Keywords auf die dahinterstehende Kaufabsicht überprüfen. Deshalb will ich auch darauf kurz eingehen, wenn auch nur oberflächlich. Grundsätzlich lässt das „Vorgeschlagene gebot“ des GKP in Google AdWords Rückschlüsse auf die Kaufabsicht der Suchenden zu. Je höher das hier vorgeschlagene Gebot, desto größer der Wert von Klicks und Conversions – und damit der Kaufabsicht – zu diesem Suchbegriff. Ich empfehle Ihnen, zunächst einen Blick auf Ihre Keyword-Ideen zu werfen, und diese in eine der vier nachfolgenden Kategorien einzuteilen:
    1. „Jetzt kaufen“-Keywords (kostenloser Versand, Sonderangebot, kaufen, Coupon)
    2. Produkt-Keywords (billig, günstig, Marken-/Produktname, Produktkategorie, Test, Top 10)
    3. Informierende Keywords (how-to, „Wie macht man…“)
    4. Sinnlose Keywords (kostenlos, torrent, download)
    5. Dieses Vorgehen ist für einen ersten Eindruck völlig ausreichend. Betreiben Sie jedoch einen professionellen Online-Shop, dann sollten Sie diesem Arbeitsschritt etwas mehr Zeit und Mühe widmen. In diesem englischsprachigen Keyword Research Guide, der wesentlich ausführlicher ist als der Meinige, finden Sie präzise Informationen zum Thema.
  6. In jedem Fall jedoch sollten Sie Ihre direkte Konkurrenz evaluieren. Installieren Sie zunächst eine oder beide der Browsererweiterungen SEOquake und MozBar und machen Sie sich mit deren Funktionsweise vertraut. Beide Apps zeigen Ihnen zusätzliche Informationen zu den in den Google Suchergebnissen angezeigten Websites an. Beide haben ihre jeweiligen vor- und Nachteile. Geben Sie Ihre Suchbegriffe ein und überprüfen Sie die angezeigten Ergebnisse auf Seiten mit niedriger Domain Authority und Page Authority sowie einen niedrigen Page Rank oder Domain Rank. Beachten Sie, dass bei gleichzeitiger Aktivierung beider Browsererweiterungen Fehler auftreten können. Zeigt die Suchergebnisseite bei bestimmten Keywords viele Seiten mit niedrigen Werten auf der ersten Seite, insbesondere unter den ersten zehn Treffern? Dann sollten Sie Ihre eigene Seite unbedingt auf dieses Keyword hin optimieren! Haben Sie jedoch etwas Geduld: Während bestimmte Maßnahmen schnelle Erfolge bringen, sind einige Ihrer Konkurrenten mit Sicherheit harte Brocken. Mit nachhaltigem Linkbuilding, einer hohen Aktualität, optimaler Formatierung, Multimedia, einem fehlerfreien Code, schneller Ladezeit und qualitativ hochwertigen Inhalten sollten Sie in der Lage sein, in absehbarer Zeit für Ihr Nischen-Keyword hoch zu ranken.
  7. Möchten Sie sich dem Thema tiefer widmen, dann werden Sie nicht umhin kommen, sich mit Keyword Research Tools auseinander zu setzen. Solche Funktionen bieten beispielsweise, aber nicht ausschließlich:
  • SECockpit
  • Longtail Pro
  • MOZ Analytics’ Keyword Analysis Tool
  • SEMrush
  • Keyword Snatcher

 

SEO Checkliste: Keyword Research

  1. Marketing-Nische in der eigenen Branche identifizieren
    Bringt Ideen für lose verwandte Keywords
    Bringt Ideen für wenig umkämpfte Keywords
    Markt-Nischen als Mindmap/Wolke darstellen
    Kundenanalyse nutzen, um herauszufinden, was Kunden sonst interessiert
    Foren nach Themen und Keywords von Kundeninteresse durchsuchen
    Wikipedia:
    Suche nach breitem Keyword
    Über Inhaltsangabe und verwandte Artikel neue Nischen auftun
  2. Keywords finden und gruppieren
    a. Head, Body, Tail einteilen
    b. Auf Body konzentrieren
    c. Optimierung für Body-Keywords zieht Optimierung für Long Tail automatisch nach sich
  3. Google Keyword Planer nutzen
    > Hat Google Keyword Tool ersetzt
    > Bestandteil von Google Adwords
    > 3 wichtige Funktionen:
    a. „Ideen für neue Keywords und Anzeigengruppen suchen“
    > Generiert neue, aber den eingegebenen Keywords sehr ähnliche Keyword-Ideen
    b. „Suchvolumen für Keyword-Liste abrufen oder Keywords in Anzeigengruppen aufteilen“
    > Keine neuen Ideen
    >Suchvolumen der Keywords überprüfen
    c. „Keyword-Listen multiplizieren, um Keyword-Ideen abzurufen“
    > Kombiniert Keywords zu neuen Phrasen
    > Viel Ausschuss
    Je höher das Suchvolumen, desto besser
    Je niedriger der Wettbewerb, desto besser
    Hohes „vorgeschlagenes Gebot“ indiziert hohe Conversion Rate und große Konkurrenz mit organischer Suche
  4. Long-Tail-Keywords generieren
    „SEO Search Terms Tagging“-Plugin für WordPress gibt Suchanfragen aus, welche Besucher auf die Seite geführt haben
    Generierte Keywords für Google Keyword Planer nutzen
    „Ähnliche Suchanfragen“ bei Google zum Finden weniger umkämpfter Keywords nutzen
    Foren und Q/A-Seiten zum Thema lesen
    Google Webmaster Tool -> darauf gehe ich an dieser Stelle nicht ein
    Google Trends
    Ähnliche Suchen einbeziehen
    Aktueller als Google Keyword Planer
    Google Correlate für deutsche Keywords kaum nützlich
  5. Keywords auf Kaufabsicht prüfen, falls etwas verkauft werden soll
    „Vorgeschlagenes Gebot“ lässt Rückschlüsse auf Kaufabsicht und wertvolle Conversions zu
    4 Typen:
    a. „Jetzt kaufen“-Keywords (kostenloser Versand, Sonderangebot, kaufen, Coupon)
    b. Produkt-Keywords (billig, günstig, Marken-/Produktname, Produktkategorie, Test, Top 10)
    c. Informierende Keywords (how-to, „Wie macht man…“)
    d. Sinnlose Keywords (kostenlos, torrent, download)
  6. Konkurrenz evaluieren
    SEOquake und/oder MozBar installieren
    Page Authority/Domain Authority und Page Rank überprüfen
    Seiten mit niedrigem PA/PR gilt es zu verdrängen
    Für Keywords mit vielen Seiten mit niedrigem PA/PR und DA gilt es die eigene Seite zu optimieren
    Bei gleichem DA/PA/PR werden bekannte Marken von Google bevorzugt vor unbekannten
    Konkurrenz-Seiten auf gute/schlechte SEO überprüfen, besonders Link-Building und Content -> Eigene Seite besser optimieren nach bekannten Regeln, beispielsweise mit gutem Content, hoher Aktualität, nachhaltigem Linkbuilding, optimaler Formatierung, Multimedia, etc.
  7. Keyword Research Tools

Unternehmensvortrag: mymuesli

 Starting up mymuesli – und was online Marketing dazu beigetragen hat

 

Vorgeplänkel

Wirtschaftsstudenten haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber Geisteswissenschaftlern: Sie kommen in den Genuss zahlreicher Unternehmensvorträge, wenn sie das denn wollen. Da ich zur Zeit in Magdeburg gastiere und mit einigen Masterstudenten in Business Economics gut vernetzt bin, habe ich den Entschluss gefasst, mir einige Unternehmensvorträge anzusehen. Kurze Zeit später habe ich von einem interessanten Angebot erfahren: einem Vortrag über den Anteil von Online Marketing am Erfolg eines Unternehmens. Dies ist zwar jetzt schon eine Weile her, doch soll der Bericht zum Vortrag den Auftakt der Reihe über Unternehmensvorträge bilden. Kommen wir zu den Fakten:

 

Fakten

  • Unternehmen:   mymuesli
  • Vortragender:   Hubertus Bessau, Gründer und Marketinger
  • Titel:                      Starting up mymuesli – und was online Marketing dazu beigetragen hat
  • Uni:                        Otto von Guericke Universität Magdeburg
  • Veranstalter:     Lehrstuhl für Marketing, Wirtschaftwissenschaftliche Fakultät
  • Zielgruppe:         Bachelorstudentinnen
  • Datum:                 30.04.2014
  • Catering:             nein
  • Merchandise:    nein

 

Der Vortrag

Zunächst an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Herrn Prof. Dr. Sarstedt und die anderen Verantwortlichen für die organisatorische Arbeit und danke auch an Herr Bessau für seinen Gastauftritt. Ehrlich gesagt konnte ich mich zwar noch dunkel an die erste mymuesli-Fernsehwerbung erinnern, wusste aber sonst nicht viel über die Firma. Offensichtlich – der Name verrät es – handelt es sich über einen Internetretailer für Frühstücksflocken, die sich der Endkunde nach dem von Automobil- und Technikanbietern bekannten Prinzip nach dem individuellen Geschmack zusammen klickt. Doch hier die Kurzbeschreibung, wie sie auf dem Vortragsflyer zu finden ist:

Hubertus Bessau gründete mymuesli 2007 mit zwei Studienfreunden direkt aus dem BWL-Studium an der Universität Passau.
Die Idee, jedem sein persönliches Lieblingsmüsli zu mixen fand schnell viele Anhänger und Fans in Deutschland, Österreich,
der Schweiz, den Niederlanden und Großbritannien.
Das Startup wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit den Preisen „Startup des Jahres 2007“ von deutsche-startups.de und dem
„Young Business Award 2008“ des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels. Zuletzt wurden die drei Freunde mit dem
Deutschen Gründerpreis in der Kategorie Aufsteiger geehrt.

 

Den Flyer findet ihr übrigens hier: mymuesli_plakat (Genau genommen ist es natürlich kein Flyer, sondern ein Plakat.)

 

Doch zum Vortrag: Herr Bessau präsentiert locker und sympathisch, fast schon betont studentisch, und verzichtet dabei auf störende Details wie jegliche Zahlen und Stimmungskiller wie Fachbegriffe. Ich möchte nicht, dass das falsch ankommt. Ich halte ihn für ziemlich kompetent und gut in seinem Job, nur der Vortrag war scheinbar einfach schlecht vorbereitet. Als Absolventin der Geisteswissenschaften hoffte ich vergebens auf irgend welche neuen Erkenntnisse. Das kann ich ihm natürlich nicht vorwerfen, zumal sich der Vortrag auch an Bachelorstudenten richtet. Wer einen solchen Vortrag allerdings hält, nach eigenen Angaben mit dem Ziel, die Lücke zwischen Universität und Praxis zu schließen, sollte denn auch Anstrengungen in dieser Hinsicht erkennen lassen.

Was genau nutzt ein Wachstumsdiagramm ohne Zahlen? Wieso nennt Herr Bessau Multi Channel Vertrieb plötzlich Omni Channel Presence? Auf der Folie stand es immerhin richtig. Dem Vortrag zufolge hat Herr Bessau nicht besonders viel Ahnung von dem, was er tut, und alles anders gemacht, als er es gelernt hat. Ein Blick auf die Homepage verrät schnell, dass Preise, Design, Konzept und generell alles, was unter das Stichwort Marketing und damit seine Zuständigkeit fällt, durchdacht und hervorragend umgesetzt sind. Schließlich geben auch die Fakten den drei mymuesli-Gründern Recht. Ecxiting Commerce schreibt:

Der Gewinn betrug im ersten Jahr 77.450 Euro (2007) und stieg dann auf 344.160 Euro (2008), 288.440 Euro (2009) und 278.300 Euro (2010).

Die Produktionsstätten werden ausgebaut, Mitarbeiter aufgestockt, die Produktpalette erweitert, es wird investiert und geworben und sogar im stationären Handel ist mymuesli mittlerweile vertreten. Das sind alles keine Gründe zum Schämen, sondern machen das dynamische, mehrfach ausgezeichnete Startup eigentlich zu einem spannenden Vorzeigebeispiel für moderne deutsche Unternehmensgründungen. Doch über das Online Marketing spricht Herr Bessau leider nicht. Dass es Push- und Pull-Marketing gibt, ist kein Geheimnis. Von der durchdesignten Unternehmensseite wird jedoch nur eine nicht mehr aktuelle Abbildung präsentiert. Kampagnen, Zielgruppen, Marktforschung – all das scheinen Betriebsgeheimnisse zu sein. Lead Creation, Social Media, Content Creation, Community Management: Fehlanzeige. Es gibt kein einziges Beispiel. Es wird keine Werbung gezeigt, kein Buttondesign, kein Bannerplacement besprochen. Im großen und ganzen handelt es sich eher um eine lockere Verkaufsveranstaltung als um einen Vortrag über Online Marketing. Das ist sehr schade. Zeit für Fragen bleibt am Ende kaum, doch das ist wenig bedauerlich, wenn die wenigen gestellten Fragen ohnehin nur ausweichend beantwortet werden.

 

Fazit

Abschließend kann ich leider nicht die Empfehlung geben, einen mymuesli-Vortrag zu besuchen, sollte er an eurem Studienort angeboten werden. Der Informationsgehalt über Theorie und Praxis des Online Marketing war gleich null und auch das lockerste, studentischste Auftreten täuscht nur in Maßen über schlechte Vorbereitung hinweg. Dafür gibt es von mir nur zwei Sterne.

Trotzdem kann ich euch nur nahelegen, Gastvorträge anzuschauen und auch selbst anzustoßen, sollte es an eurer Uni in eurem Fachbereich zu wenige davon geben. Ich war unterdessen auch schon fleißig und habe weitere Vorträge besucht. Verpasst also nicht den nächsten Beitrag der Kategorie Einblicke – Ausblicke, wenn ich euch über den Unternehmensvortrag eines großen Personaldienstleisters zum Thema Bewerbungen im Onlinezeitalter berichte!